Schleuserkriminalität

Schleuserkriminalität

ERDING UND MÜNCHEN. Mit der Festnahme eines 61-jährigen polnischen Busunternehmers ging den Ermittlern der Kripo Erding ein mutmaßlicher Schleuser ins Netz. Der Busunternehmer sitzt in Untersuchungshaft ein.

In einer gemeinsamen Aktion der Kripo Erding, der Kripo München und der Verkehrspolizeiinspektion (VPI) Freising gelang am Montag, 24.08.2015, die Festnahme eines 61-jährigen Polen, als dieser gerade mit seinem Bus, besetzt mit 38 geschleusten Schwarzafrikanern, auf einen Münchener Busparkplatz einfahren wollte. Der Busunternehmer steht in Verdacht, seit ca. einem Jahr mehrere hundert Schwarzafrikaner von Italien nach Deutschland im Reisebus geschleust zu haben.
Bereits seit mehreren Monaten stellte die VPI Freising anlässlich Kontrollen von Linien-Bussen des gleichen Unternehmens fest, dass neben polnischen Fahrgästen auch mehrfach unerlaubt eingereiste Schwarzafrikaner von Italien nach Deutschland, vorrangig nach Norddeutschland, transportiert werden sollten. Dabei wurden auch Erkenntnisse gewonnen, wonach zeitgleich immer ein zweiter Bus des Busunternehmens im wöchentlichen Turnus, voll besetzt mit schwarzafrikanischen Flüchtlingen von Rom über Neapel und Florenz nach München eingesetzt worden sein soll.
Dieser zweite Bus wurde nun am Montagabend, 24.08.2015, vollbesetzt mit 38 unerlaubt eingereisten Schwarzafrikanern, auf einem Münchener Busparkplatz kontrolliert und im Anschluss sichergestellt werden. Beim Fahrer handelte es sich um den 61-jährigen polnischen Busunternehmer selbst. Er wurde vorläufig festgenommen. Wegen des Verdachts eines Vergehens des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern (Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren) wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I Haftbefehl erlassen. Der Pole sitzt seitdem in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt ein.
Der Busunternehmer setzte auch weitere Fahrer sowie eine „Reiseführerin“ eingesetzt, die für die reibungslose Aufnahme der Geschleusten und deren Transport nach Deutschland verantwortlich waren. Gegen sie wurden ebenfalls Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Flüchtlinge mussten für den Transport von Italien nach München oder Berlin zw. 90 – 120 Euro bezahlen. Die gefälschten Flüchtlingsausweise von sehr schlechter Qualität konnten teilweise für 30 Euro erworben werden.



Quelle: Bayerische Polizei