01.01.2015 – 14:36
Kreis Steinburg/Kreis Dithmarschen (ots) – In der Silvesternacht hatten die Beamten der Polizeidirektion Itzehoe alle Hände voll zu tun. Im Kreis Steinburg rückten sie seit gestern, 18.00 Uhr, bis heute, 06.00 Uhr, zu 58 Einsätzen aus, im Kreis Dithmarschen waren es 56 Anlässe, die ein Erscheinen der Polizei erforderlich machten. Nicht selten waren es Streitigkeiten, die geschlichtet werden mussten, auch handfeste Auseinandersetzungen galt es zu bereinigen. Zumeist war es der Alkohol, der die Gemüter der Beteiligten erhitzt hatte. Eine Vielzahl von Einsätzen musste in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr bewältigt werden. Anlass waren vielfach durch Böller in Brand gesetzte Mülltonnen oder gesprengte Briefkästen. Der entstandene Schaden hielt sich überwiegend in Grenzen. In Hennstedt im Kreis Dithmarschen allerdings kam es zu einem Großfeuer, bei dem ein Schaden entstanden ist, der in Millionenhöhe liegen dürfte.
Kreis Dithmarschen: Im Kreis Dithmarschen hatten die Einsatzkräfte zum Jahreswechsel zwei Streits zu befrieden. In acht Fällen blieb es nicht bei der rein verbalen Auseinandersetzung, so dass die Polizisten Körperverletzungsanzeigen fertigten. Zwei Personen, die zu tief ins Glas geschaut hatten, mussten sie behilflich sein. Für einen Landwirt in Hennstedt endete das Jahr 2014 alles andere als schön. Dem in der Straße Julianka Ansässigen brannte gegen 22.00 Uhr eine rund zwei Jahre alte Lagerhalle nieder. Diese befand sich auf seinem Hof mittig zwischen dem Wohnhaus und Stallungen und beherbergte hochwertige Arbeitsmaschinen, die allesamt den Flammen zum Opfer fielen. Der Löscheinsatz der Freiwilligen Feuerwehren Hennstedt, Kleve, Schlichtung und Fedderingen dauerte rund vier Stunden. Die Ermittlungen hat die Heider Kripo übernommen, die Brandursache ist bisher noch unklar. Laut ersten Schätzungen dürfte der Schaden bei etwa einer Million Euro liegen. Weitaus kleinere Schäden entstanden bei Sachbeschädigungen in Süderhastedt, wo Unbekannte in der Hauptstraße vermutlich gegen 04.30 Uhr drei Briefkästen mit Böllern sprengten. In Brokdorf betrieb eine Gruppe von 10 bis 15 Jugendlichen im Alter von 16 bis 20 Jahren ähnlichen Unfug und zerstörte in der Dorfstraße bei der Sparkasse unter Einsatz von Feuerwerkskörpern einen Aschenbecher. Ein Mann beging das neue Jahr mit einer Kopfverletzung im Krankenhaus, nachdem er offensichtlich das alte Jahr kräftig begossen hatte und anschließend gegen 23.40 Uhr in der Meldorfer Straße in Sankt Michaelisdonn mit seinem Volkswagen verunfallte. Ein Atemalkoholtest bei ihm ergab einen Wert von 1,2 Promille, worauf der Beschuldigte sich einer Blutprobenentnahme unterziehen musste und nun mit einer Anzeige ins neue Jahr startet. Ähnlich unvernünftig verhielt sich ein 38-Jähriger, der mit 1,54 Promille heute gegen 08.00 Uhr von Heide in Richtung Rendsburg unterwegs war. Zwischen Tellingstedt und Süderholm stoppte eine Streife nach einem Zeugenhinweis den Rendsburger. Der muss sich nun wegen der Trunkenheit im Verkehr verantworten. Seinen Führerschein behielten die Beamten ein.
Kreis Steinburg: Im Kreis Steinburg eilten die Einsatzkräfte in der Silvesternacht zu vier Körperverletzungen und sechs gewaltlosen Konflikten aus, fünf Menschen mussten die Beamten hilfreich unter die Arme greifen. Ein tragischer Unfall ereignete sich gegen 00.30 Uhr in Itzehoe im Kamper Weg. Hier war ein 42-Jähriger mit seinem Fahrzeug aus Richtung Itzehoe kommend in Richtung Kremperheide unterwegs. In Höhe der Hausnummer 65 erfasste der aus dem Itzehoer Umland Stammende mit seinem Wagen dann einen Jungen, der auf der Fahrbahn damit beschäftigt war, Feuerwerkskörper zu zünden. Bei dem Unglück zog der 11-Jährige sich schwere Verletzungen zu und kam in ein Krankenhaus, Lebensgefahr bestand für ihn nicht. Dass die Toleranzschwelle ruhestörenden Lärm betreffend zu Silvester sowohl bei den Bürgerinnen und Bürgern als auch bei den polizeilichen Einsatzkräften sehr hoch ist, dürfte allseits bekannt sein. Wenn ein Störenfried diesen Umstand allerdings überstrapaziert, so kann dies auch an Silvester mit einer Ordnungswidrigkeiten-Anzeige enden. Gewesen um etwa 02.15 Uhr im Itzehoer Alsenskamp, wo ein 23-Jähriger sich gegenüber den Beamten hinsichtlich seines überlauten Fernsehers nicht nur uneinsichtig zeigte, sondern sich zudem mit den Worten „Lecken Sie mich…“ von der Streife verabschiedete. Ebenfalls ordnungswidrig verhielt sich eine Jugendliche, die ein Einhandmesser bei sich hatte und damit gegen das Waffengesetz verstieß. Aufgefallen war die 16-Jährige am Eingang zu einer Itzehoer Diskothek, wo man sie aufgrund ihres Alters mehrfach abgewiesen hatte und schließlich die Polizei informierte. Die Einsatzkräfte nahmen die junge Dame, die die Personalienangabe verweigerte, offensichtlich alkoholisiert war und zudem unter Drogeneinfluss zu stehen schien, mit auf die Dienststelle. Im Zuge dessen stellten sie bei der aus dem Kreis Steinburg Stammenden ein Einhandmesser sicher und übergaben sie nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen in die Obhut eines Erziehungsberechtigten. Ein amtsbekannter Itzehoer, der bereits in der Vergangenheit zahlreiche Stunden im Polizeigewahrsam verbracht hat, wich auch mit Blick auf das neue Jahr nicht von den alten Gepflogenheiten ab. Der 30-Jährige kam noch vor Mitternacht den Aufforderungen von Itzehoer Klinikpersonal nicht nach, das Krankenhausgelände zu verlassen. Auch dem Platzverweis der darauf hinzugezogenen Streife wiedersetzte er sich vehement, so dass er schließlich im Polizeigewahrsam das neue Jahr beging. Sein Atemalkoholwert lag bei 3,06 Promille. Ebenfalls ein paar Stunden im Polizeigewahrsam verbrachte ein 26-Jähriger, der um 01.30 Uhr in der Itzehoer Jahnstraße mit seinem Onkel in Streit geraten war und seine Freundin zu verprügeln androhte. Der äußerst aggressive Itzehoer ließ sich auch von der Polizei nicht beruhigen und kam, als er obendrein mit den Beamten zu rangeln anfing, zum Zwecke der Gefahrenabwehr ins Gewahrsam. Für ihn schlug ein Atemalkoholwert von 1,93 Promille zu Buche. In der Feldschmiede eskalierte gegen 01.30 Uhr ein anfänglich rein verbaler Streit und es kam zu einer Körperverletzung durch einen 19-Jährigen zum Nachteil von einem 31-Jährigen und einem 27-Jährigen. Der Aggressor schlug und trat seine Opfer, auch unter Einsatz eines Kunststoffrohres. Beide Geschädigten erlitten leichte Verletzungen und wollten in Eigenregie einen Arzt aufsuchen. Alle Beteiligten stammten aus Itzehoe. Im Kaiserberg in Oldendorf ging gegen 01.30 Uhr ein Auto in einem Carport in Flammen auf. Der Freiwilligen Feuerwehr Oldendorf gelang es trotz großem Bemühen nicht, den Golf zu retten. Der Wagen brannte vollständig aus, ebenso eine sich daneben befindende Papiertonne. Die Balkenanlage des Carports wurde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Die Brandursache ist derzeit noch unklar. Nicht unerhebliche Schäden haben unbekannte Täter in drei Fällen in Itzehoe angerichtet. Noch im alten Jahr setzten sie drei Papiercontainer der Gemeinschaftsschule am Lehmwohld vermutlich mittels Feuerwerkskörpern in Brand und verursachten so einen Sachschaden in Höhe von etwa 1.200 Euro. In der Suder Allee kam es zu einer weiteren Sachbeschädigung durch Unbekannte. Hier brannte ein Altkleidercontainer aus, Wert etwa 3.000 Euro. 500 Euro etwa wird der Ersatz von sechs Briefkästen im Kamper Weg kosten. Diese sprengte eine männliche Person gegen 02.45 Uhr mit Böllern und flüchtete anschließend. Im Lübscher Kamp fiel ein Zigarettenautomat demselben Unfug zum Opfer.
Eine Vielzahl von Anzeigen aus der Silvesternacht gehen erfahrungsgemäß erst nach den überstandenen Feierlichkeiten bei der Polizei ein. Es wird entsprechend nachberichtet werden.
Merle Neufeld
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