08.08.2014 | 08:10 Uhr
Ulm (ots) – Die Trendwende ist noch nicht geschafft, die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt weiter an. Die bundesweite Entwicklung macht auch vor dem Bereich des Polizeipräsidiums Ulm nicht halt. Im ersten Halbjahr 2014 registrierte das Polizeipräsidium Ulm rund 410 Wohnungseinbrüche, also etwa drei pro Tag. Sie verteilen sich auf alle Landkreise im Präsidiumsbereich (Alb-Donau: 68, Biberach: 61, Göppingen: 133, Heidenheim: 46, Ulm: 103). Die Polizei begegnet dieser Entwicklung mit einer eigens eingerichteten Ermittlungsgruppe. Damit will die Polizei Einbrüche verhindern, mehr Fälle aufklären und so die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger verbessern. Zehn Beamte setzt die Polizei dazu an den beiden Standorten der Ermittlungsgruppe in Ulm und Göppingen ein. Durch die zentrale Bearbeitung sollen Zusammenhänge besser erkannt, die Fahndung effektiver koordiniert und vorbeugende Maßnahmen noch enger verzahnt werden. Erfahrene Beamte der Schutz- und Kriminalpolizei werden als Ermittler eingesetzt. Sie werden laufend von weiteren Einheiten des Polizeipräsidiums unterstützt. Gleichzeitig wird die Kriminaltechnik in einer Hand gebündelt. In der zentralisierten Kriminaltechnik werden die Aufgaben der Spurensicherung zusammengefasst, wobei die erfahrenen Kriminaltechniker weiterhin an den Standorten Biberach, Göppingen, Heidenheim und Ulm vor Ort präsent sind. Durch diese Bündelung und Zentralisierung der Spurensicherung sollen Spurenauswertungen zur Aufklärung von Straftaten und zum Erkennen von Tatzusammenhängen noch weiter verbessert werden. So konnte beispielsweise durch die akribische Spurensicherung nach einem Einbruch in Ulm Anfang März jetzt ein 44-Jähriger als Verdächtiger ermittelt werden. Der Mann sitzt derzeit wegen anderer Delikte in Haft. „Als Polizeipräsidium mit 1.700 Beschäftigten können wir den hohen Personalaufwand einer solchen Ermittlungsgruppe flexibler gestalten. Es bleibt gleichwohl bei einer sehr dünnen Personaldecke eine große Herausforderung, die Alltagsaufgaben in gleicher Qualität zu erfüllen“, erläutert Polizeipräsident Christian Nill. Der zu erwartende Erfolg einer Ermittlungsgruppe wiege die Last bei weitem wieder auf. Einen weiteren Schwerpunkt setze die Polizei in die Vorbeugung, so Nill weiter. Denn dass knapp die Hälfte der Einbrüche scheitert zeige, dass man sich vor Einbrüchen auch wirkungsvoll schützen kann. Ende Juli erst waren Einbrecher in Ummendorf gescheitert. Sie wollten erst ein Fenster aufhebeln, dann einschlagen. Der Hausbesitzer hatte vorgesorgt und einbruchhemmende Fenster eingebaut. Zeugen wurden auf die Tat aufmerksam und verständigten die Polizei. Die nahm gleich darauf zwei Männer fest. Gegen sie erging Haftbefehl. Die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen des Polizeipräsidiums Ulm haben 2014 bereits knapp 800 Haushalte und Firmen beraten. Das sind jetzt schon mehr als im ganzen Jahr 2013 oder den Vorjahren. Dies zeigt, dass das Thema Einbruchschutz bei den Bürgerinnen und Bürgern immer wichtiger ist. Die Polizei begrüßt dies ausdrücklich, denn oft sind nur geringe Investitionen notwendig, um sich zu schützen. Und dieser Schutz ist mehr als Geld wert. Schon jetzt plant die Polizei Schwerpunktaktionen für den Herbst. Im September und Oktober wird das Informationsfahrzeug des Landeskriminalamts in die Landkreise kommen. (14.9.: Ulm, 16.10.: Heidenheim, 21.10.: Laupheim, Biberach, Riedlingen, 25.10.: Göppingen). Hier können sich Interessierte vor Ort informieren.
Weitere Tipps der Polizei zum Schutz gegen Einbruch:
- Lassen Sie im Urlaub ihr Haus bewohnt aussehen: Keine Post im Briefkasten, bei Tag Rollladen hoch, Licht im Haus bei Dunkelheit.
- Kein Hinweis auf dem Anrufbeantworter, dass Sie im Urlaub sind. Ebensowenig in sozialen Netzwerken oder als automatische E-Mail-Antwort.
- Leitern und Kletterhilfen, wie etwa Mülleimer, wegschließen.
- Für gute Beleuchtung ums Haus sorgen, am besten mit Bewegungsmeldern.
- Nachbarn bitten, sich um das Haus zu kümmern.
Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen gibt es bei den Polizeidienststellen. Für die Menschen im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm ist diese unter Tel. 0731/188-1444 zu erreichen. Sie informiert kostenlos, unabhängig, produktneutral und kompetent, welche Sicherungen am Haus sinnvoll sind. Ergänzend bietet die Polizei Tipps in Broschüren auf jeder Polizeidienststelle oder im Internet unter www.k-einbruch.de.
Wolfgang Jürgens, Tel. 0731/188-1111
Rückfragen bitte an: Polizeipräsidium Ulm Telefon: 0731 188-0 E-Mail: ulm.pp@polizei.bwl.de http://www.polizei-bw.de/