Gewaltverbrechen in Bad Reichenhall – Ermittler machen sich auf nach Norwegen
BAD REICHENHALL / TRONDHEIM. Nachdem am Dienstagabend der gesuchte 20-Jährige von der norwegischen Polizei festgenommen werden konnte, bereiten sich die Ermittler der SOKO 14. Juli darauf vor, zu ersten Vernehmungen nach Norwegen zu reisen.
Die Auslieferung nach Deutschland und auch die Vernehmung des Tatverdächtigen durch die bayerische Polizei in Norwegen sind formell an ein juristisches Vorverfahren gebunden. Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat dazu die notwendigen Anträge an die norwegischen Behörden bereits gestellt. Sobald deren Zustimmung vorliegt, werden zwei Ermittler nach Norwegen reisen um den 20-Jährigen dort zu vernehmen. Wann eine Rücküberstellung des Mannes nach Deutschland vollzogen wird, ist noch nicht klar.
Zwischenzeitlich sind die vier Beamten, die vergangenen Montag mit dem Polizeihubschrauber in den Heimatort des Festgenommenen geflogen wurden, wieder zurück. Die dortigen Umfeldvernehmungen erbrachten keine konkreten neue Ermittlungsansätze. Ein besonderer Bezug des Festgenommenen zu Norwegen ist bisher nicht erkennbar, sodass der Fluchtgedanke, möglichst weit weg zu kommen, zu vermuten ist.
Ein weiterer belastender Bestandteil zur Spurenlage ergab sich indessen aus der kriminaltechnischen Untersuchung von Tatmesser und Messerscheide. Die Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamtes verglichen die Gebrauchsspuren, im Fachjargon Formspuren, der beiden Gegenstände miteinander. Im Ergebnis ist zweifelsfrei nachzuweisen, dass die im Gelände gefundene und eindeutig identifizierte Tatwaffe der im Schrank des Tatverdächtigen sichergestellten Messerscheide zuzuordnen ist.
Der mit 60 Mitarbeitern sehr hohe Kräfteansatz der SOKO wird ab heute sukzessive reduziert. Je nach Einsatzbereich sind mit der aktuellen Entwicklung die Arbeitsfelder auch mit reduzierter Stärke darstellbar. 30 Beamtinnen und Beamte waren teils seit Wochen aus allen Bereichen Bayerns zur Unterstützung der SOKO nach Traunstein abgeordnet.